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7 Gedanken aus meinen Räumen – August 2026

18. August 2026

Die Hitze peitscht über das Land.

Menschen jammern, beklagen sich, ziehen sich zurück.

Der menschliche Organismus muss sich mit Temperaturen auseinandersetzen, für die er nicht gemacht ist.

Wir verkriechen uns in unsere vier Wände – fast wie im Winter. Persönliche Treffen werden abgesagt. Arbeit wird verschoben. Und gleichzeitig finden Tennisturniere bei über 40 Grad statt.

Manche Baumaterialien dürfen laut Hersteller schon ab 30 Grad nicht mehr verarbeitet werden.

Klimageräte sind ausverkauft.

Der Körper schwitzt wie vielleicht noch nie zuvor und arbeitet auf höchster Stufe.

Und während wir versuchen, unseren Alltag irgendwie aufrechtzuerhalten, kämpfen insbesondere ältere Menschen mit der Hitze um ihre Gesundheit  – manche sogar ums Überleben.

Vielleicht müssen wir uns deshalb eine andere Frage stellen:

Brauchen wir neue Denkansätze für eine Welt, in der extreme Hitze nicht mehr die Ausnahme ist?
Brauchen wir andere Arbeitszeiten?
Andere Regeln für Sport und Veranstaltungen?
Andere Anforderungen an Gebäude und Materialien?
Andere Formen von Begegnung?
Mehr schattige, kühle und gemeinschaftliche Räume?
Und vor allem: eine neue Kultur des Aufeinander-Achtens?

Vielleicht geht es nicht darum, den Sommer mit immer mehr Technik zu bekämpfen.

Vielleicht geht es darum, unsere Lebensräume und unser Verhalten so zu verändern, dass wir mit den neuen Bedingungen gut  leben können.

Gedanke 2 – Eine Erkenntnis

Was ich in der FAZ gelesen habe und genauso gut aus meinem eigenen Mund hätte kommen können:

„Eine schöne Umgebung aktiviert Substanzen im Gehirn gegen Aggression, Hass und Bösartigkeit. Wenn wir unsere Umgebung so harmonisch wie möglich gestalten, dann entsteht auch innere Harmonie.“

Das sagt die 93-jährige emeritierte Biologieprofessorin Elisabeth Gateff.

Danke für diese Weisheit aus so erfahrenem Munde. 🙏
Ich kann mich nur anschließen – und zwar nicht nur, weil dieser Gedanke das zentrale Herzstück meiner Arbeit als Raummentorin berührt.

Unsere Umgebung wirkt auf uns. Jeden Tag.

Umgib dich mit Schönem.
Mit einer Umgebung, die dich nährt, stärkt und unterstützt.
Mit Räumen, in denen du aufatmen kannst.
Mit Dingen und Atmosphären, die dir guttun.

Für mich ist das eine der fundamentalen Säulen eines gesunden und erfüllten Lebens.

Und ich glaube, dass es in den kommenden Jahren noch wichtiger werden wird.

Denn je schneller, lauter und unübersichtlicher die Welt draußen wird, desto wichtiger wird der Raum, den wir uns innen und außen schaffen.

Wir sollten uns deshalb öfters fragen: Wie fühle ich mich in meinen vier Wänden? Ist es Zeit, etwas zu verändern.

 

Gedanke 3 – Etwas Persönliches

Dieser Tage ist mir abends mein Kaffeefilter aus Keramik, der auf dem Küchentisch herumstand, auf den Boden gefallen.

Zack.

Da lag er. Hilflos. In mehrere Teile zerbrochen.

Ich musste erst einmal die Splitter aufsammeln und war traurig über das zerbrochene Teil.

Und dann strömten Erinnerungen in meinen Gedankenraum. Machten sich breit.

Seitdem frage ich mich: Was ist der tiefere Sinn dieses Geschehens?

Ich habe mich beruhigt. Und doch fühle ich mich seit diesem Moment aufgewühlt.

Vielleicht, weil nicht nur ein Kaffeefilter zerbrochen ist.

Was ist endgültig zerbrochen?
Und was darf ich jetzt neu einladen?

Für Ersatz habe ich gesorgt.

Beim nächsten Kaffeetrinken werde ich spüren, was anders ist.

Gedanke 4 – Ein Satz, der hängen geblieben ist.

Diesen Satz habe ich aufgeschnappt und hat in mir nachgewirkt:

„Wenn wir uns annehmen, ein Ja zu uns sagen, dann öffnet das die Verbindung zu vielen Möglichkeiten.“

Ja, es öffnet Räume, die uns bis heute verborgen blieben.
Es öffnet Räume für etwas Größeres in uns, das bislang noch gar nicht gesehen wurde.

Es öffnet Räume für eine etwas andere Zukunft.

Gedanke 5 – Etwas, das sich verändert hat

Ich finde es spannend, dass nach dieser extremen Hitze die Menschen wieder stärker aufeinander zugehen, wieder etwas in Bewegung kommt.

Der gestrige Tag hatte so viele Bewegungen wie früher in einer ganzen Woche. So viele Schalthebel wurden gedrückt, offene Kreisläufe geschlossen, Dinge kamen ins Rollen.

Und obwohl ich die Ungeduld und eine gewisse Dynamik schon erwartet hatte, hat mich die Intensität des gestrigen Tages doch übertroffen.

Es fühlt sich an, als würde nach einer langen Phase des Stillstands plötzlich wieder etwas fließen.

Gedanke 6 – Etwas, das überrascht hat

Auf einem kürzlich besuchten Stimm-Festival haben wir nicht einfach an unserer Stimme gearbeitet wie an der Tonlage, der Lautstärke oder  der Sprechgeschwindigkeit. Vielmehr ging es darum, mit unserer ureigenen Kraft, unserem ganz persönlichen Urton, in Verbindung zu kommen.

In einer Bühnen-Session unter der professionellen Anleitung der ehemaligen Schauspielerin Julia von Tettenborn durften wir einen kurzen Text auf der Bühne inszenieren.

Als ich mich freiwillig für diese Erfahrung meldete, hüpfte mir das Herz bis über den Kopf. Ich wusste nicht so recht, was auf mich zukommen würde.

Dann wurde ich angeleitet, mir den Raum auf der Bühne zu nehmen. Nicht ein bisschen. Die ganze Bühne.

Es ging plötzlich nicht mehr nur darum, einen auswendig gelernten Text aufzusagen. Ich durfte mit meinem ganzen Körper sprechen, mit meiner ganzen Präsenz, mit meiner Energie. Ich durfte Raum einnehmen und meinen Text nicht nur sprechen, sondern verkörpern.

Ich erkannte, wenn wir mit unserem Text verschmelzen, dann entsteht eine andere Präsenz, eine andere Wirkkraft.

Ich glaube, dass ich mich an diese kurze Bühnensequenz noch lange erinnern werde. Und vielleicht auch mein Publikum.

Gedanke 7 – Ein Ausblick

Wir wissen alle: In unserer Komfortzone verändern wir nichts. Es bleibt, wie es ist.
Und noch krasser: Unsere Visionen werden regelrecht begraben, wenn wir uns nicht bewegen.

Deshalb habe ich mir für die kommenden Monate vorgenommen, einen besonderen Schwerpunkt auf das gemeinsame Wachsen mit Gleichgesinnten zu legen. Auf Begegnung, Austausch, gegenseitige Inspiration und darauf, Dinge gemeinsam in Bewegung zu bringen.

Ich bin schon voller Vorfreude und neugierig, was daraus entstehen mag.

Denn manchmal braucht es nicht mehr Kraft, sondern die richtigen Menschen in der richtigen Umgebung, mit denen etwas ins Fließen kommt.

Palais Biron in Baden-Baden

MEIN HÖR-ANGEBOT:
Wenn du gerne Podcast hörst und mehr zu den Themen Bauen, Feng Shui und Räume erfahren möchtest, freue ich mich, wenn du meiner Stimme lauschen magst.

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